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Berlin Fashion Week Januar 2020

written by Kim 9. Februar 2020

Berlin Fashion Week

 Nachdem ich die Fashion Week im Sommer nur ganz sporadisch besucht habe, war ich im Januar wieder voll dabei und habe mich umso mehr darauf gefreut, eine volle Woche zu erleben!

Was war dieses Mal anders? Ich kann mich noch genau an meine erste Fashion Week erinnern, da waren es vier Tage voll mit Terminen und Eindrücken, die ich alle zum ersten Mal erleben durfte. Dieses Jahr fand die Fashion Week zum ersten Mal an nur zwei Haupttagen statt, aber mit der ähnlichen Anzahl an Shows und Events. Das bedeutete, noch mehr Zeitdruck und Stress um alles zu schaffen. Ok das war eh unmöglich, aber mehr verrate ich noch nicht 😉 Dazu kam für mich ein richtiger Shooting-Marathon, da ich super viele Kooperationen während der Zeit umsetzen musste, jeden meiner Looks für euch festhalten und dazu noch ein besonderes Projekt angehen wollte. Aber fangen wir von vorne an!

Dienstag 14.01. – Tag 1

Am Tag zuvor bin ich erst wieder in meiner Wohnung in Potsdam angekommen, habe alle Pakete und Samples eingesammelt und bis in die Nacht meine Looks zusammengestellt. Tag eins der Fashion Week fing für mich mit dem Fitting für die RIANI Show an, die am darauffolgenden Tag stattfinden sollte. Im Titanic Hotel war eine super schöne Styling Suite eingerichtet und ich durfte mir einen tollen Look zusammenstellen. Das ging super schnell und ich war so zufrieden mit meiner Auswahl.

Nur wenige Schritte weiter war mein erstes Event auf der Agenda schon im vollen Gange, die VIP Beauty & Fashion Lounge. Im Hotel de Rome haben sich ganz viele Brands aus den unterschiedlichsten Bereichen vorgestellt, man konnte die Produkte und Anwendungen ausprobieren und neue Kontakte knüpfen. Kleine Snacks und Getränke durften da natürlich auch nicht fehlen 🙂 Leider hatte ich nicht allzu viel Zeit, aber ich habe es mir nicht nehmen lassen, kurz bei L’Occitane vorbeizuschauen und etwas zu quatschen, da ich die Produkte wirklich toll finde und unbedingt die Neuheiten kennenlernen wollte. Nur einen Raum wieder fand die Kollektionspräsentation der Brand Nobis statt, da habe ich auch noch schnell vorbeigeschaut und musste direkt ein paar Jacken und Mäntel aus der kommenden Kollektion anprobieren. Die sind übrigens super leicht und halten gleichzeitig richtig warm, falls ihr schon auf der Suche nach der passenden Winterjacke für die nächste Saison seid. Nobis hat eine richtige Schneelandschaft aufgebaut und ich habe den Kunstschnee so oft für einen Boomerang hochgeworfen, dass ich die Flocken überall in meinem Gesicht und den Haaren hängen hatte 😀 Aber das war es Wert! Das Wetter an dem Tag war übrigens perfekt, mit Sonne macht die Fashion Week direkt viel mehr Spaß!

So bin ich dann zu Fuß weitergegangen und habe noch ein paar Sonnenstrahlen genießen können, bevor ich kurz danach komplett durchgefroren war. Denn mein nächster Termin war das Shooting der ersten drei Looks aus der Woche und die Zeit war schon richtig knapp. Wir haben uns super beeilt und direkt am Gendarmenmarkt Bilder gemacht, aber ich hatte ja eben schon mein Projekt erwähnt oder? Und zwar wollte ich zum ersten Mal auch alle Looks in kleinen Clips festhalten um euch meine Outfits in einem Video noch besser zeigen zu können. Das hat extra Zeit gekostet und so haben wir nur zwei anstelle der geplanten drei Looks geschafft.

Dann war ich auch noch so knapp dran, dass ich meine erste Show verpasst habe… Super schade, aber so ist die Woche leider auch, da man versucht so viel wie nur möglich in so einer kurzen Zeit zu schaffen, dass es manchmal einfach nicht klappt. Etwas geknickt bin ich dann weiter zu meinem letzten Termin für den Tag gefahren, der Panorama Modemesse. Dort stellt sich eine große Masse an Brands vor und präsentieren einen Stand mit ihren neuen Kollektionen. Dort habe ich ein Label getroffen und konnte wieder etwas entspannen 🙂

Mittwoch 15.01. – Tag 2

Dieser Tag war mit Abstand der Vollste, aber im Nachhinein auch der Schönste der ganzen Woche! Morgens um 10 Uhr stand meine erste Show auf dem Plan, Sportalm! Diese fand in der offiziellen Show Location der Fashion Week statt, diese war übrigens auch zum ersten Mal eine Andere. Das sind aber auch viele erste Male 🙂 Ein ehemaliges Heizkraftwerk, innen alles aus Beton, mit offener Galerie und genügend Platz für die Shows. Sportalm war ein toller Start, die Kollektion abwechslungsreich, die Models endlich mal der heutigen Zeit entsprechend und ein Mix aus schönen Farben und Mustern.

Zeit zum Verarbeiten hatte ich nicht, denn es ging mit dem Taxi direkt weiter zum Soho House. Dort hat eine PR Agentur Brands wie Eisenberg, Tamara Comolli, Tumi und Steve Madden vorgestellt. Das ist für mich das Schönste an der Fashion Week, die Menschen kennenzulernen. Es war richtig schön mit der Gründerin und Designerin Tamara Comolli persönlich zu sprechen und noch mehr tolle Menschen zu treffen. Dadurch bin ich auch länger geblieben als geplant und da war wieder der Stress 😀

Mit dem Taxi ging es zurück zur Show Location, denn die Show von Lena Hoschek sollte in Kürze beginnen. Gerade so geschafft, konnte ich die Show dann total genießen. Lena Hoschek macht meiner Meinung nach mit die schönsten Prints und besonders die Kleider erinnern mich immer an Sommer. Dieses Mal war es die volle Ladung an Marrakech Vibes und ich musste direkt an meine Reise dorthin denken, das war einfach magisch!

Nach Lena Hoschek hatte ich kurz Zeit mir die Location richtig anzuschauen und etwas Kraft zu tanken, bevor die Show von Rebekka Ruétz an gleicher Stelle stattfand. Die Locationwechsel kosten immer so viel Zeit, gerade wenn man quer durch Berlin fahren muss, dann ist das mal eine willkommene Abwechslung 🙂 Und so war ich gleichzeitig auch überpünktlich, übrigens auch das einzige Mal in dieser Woche. Die Show kann man mit Lena Hoschek zuvor nicht vergleichen, sie war super rockig und wild, mit großem Schwarzanteil und ausgefallenen Schnitten. Gelb spielt auf jeden Fall eine große Rolle in diesem Jahr, die Farbe könnt ihr euch schon mal merken. Der Blogpost mit allen top aktuellen Trends folgt hier als Nächstes! 

Nach Rebekka Ruétz ging es von der Show Location wieder in Richtung Gendarmenmarkt zum Hair & Make-Up für die RIANI Show am Abend. Im La Biosthétique Salon hat RIANI eine Beauty Suite vorbereitet und wir wurden passend zu unseren Looks gestylt. Das war so angenehm und tat richtig gut! Es wurden noch ein paar Bilder gemacht und im Anschluss daran hat mich ein Shuttle zur InStyle Lounge gebracht.

Dort kam ich kurz vor knapp an, eigentlich machte sie in ein paar Minuten zu. Trotzdem haben mich die lieben Mädels reingelassen und ich habe mich dann mit den Girls von Peek & Cloppenburg Düsseldorf und Reserved total verquatscht. Wenn man immer nur per Mail in Kontakt steht, ist es immer richtig schön, wenn man sich wieder persönlich sieht und über alles Mögliche unterhalten kann. Daher habe ich mir fest vorgenommen, am nächsten Tag noch einmal reinzuschauen und dort mehr Zeit mitzubringen – was glaubt ihr, hat das mit mehr Zeit wohl geklappt? 😉

Nach der InStyle Lounge war mein Zeitplan dann endgültig durcheinander und ich habe mich im Feierabendverkehr auf den Weg in meine Wohnung zurück nach Potsdam gemacht. Dort musste ich mich umziehen, wollte eigentlich eine Kleinigkeit essen und mich dabei für die RIANI Show fertigmachen. Ich habe über eine Stunde gebraucht, bis ich zu Hause war, bin in meine Wohnung gerannt, habe mich so schnell wie nur möglich umgezogen und bin direkt wieder zurück ins Auto um wieder eine Stunde lang zurück nach Berlin zur Show Location zu fahren. Das wars mit Essen oder entspannt fertigmachen. Generell hatte ich die beiden Tage so gut wie nie Zeit zum Essen oder Trinken, aber das war mir vorher klar bei den vielen Terminen 😉 Genau aus diesem Grund habe ich IMMER einen Müsliriegel in meiner Tasche!

Zur RIANI Show habe ich es dann noch pünktlich geschafft, was mir auch super wichtig war. Vor allem, weil ich bei dieser Brand zum ersten Mal in der Frontrow sitzen durfte, zusammen mit Influencern wie Aylin König, Janina Pfau oder Valentina Pahde. Gesessen habe ich neben Kim Hinzdo, die beiden Kims direkt nebeneinander 😀 Wir haben uns aber super gut unterhalten und dann ging die Show auch schon los. RIANI hat mich im Sommer schon total umgehauen mit ihrer Kollektion und genauso ging es an dem Abend weiter. Als Act war ein Chor da, der uns das Gefühl gab, wir wären direkt in Mailand in der berühmten Galleria Vittorio Emanuele II! Die Kollektion war super vielfältig und ich würde so gut wie jeden Look genauso tragen wollen. Materialmix in Schwarz, Karomuster, Prints, weiße Blusen, oversized Blazer, Cameltöne und Röcke über Blusen sind ein Must Have! Es war so eine tolle Show und ich bin so dankbar dabei gewesen zu sein.

Der Abend ging aber gerne erst richtig los, denn die nächste Show stand schon in den Startlöchern. Und dafür war noch einmal ein Locationwechsel nötig. Marcel Ostertag hat seine Show wieder im Hotel The Westin Grand präsentiert und hielt danach eine Ansprache, die es in sich hatte. All White Looks, Kleider mit Schleppe, Miniröcke und Vinylschnitte waren für mich die Highlights der Kollektion. Es folgte ein Appell an uns alle zu helfen, damit Berlin als Modestandort nicht untergeht, sondern wächst und glänzt. Das war für mich wirklich das Wort des Abends und die Aussage, die mir aus der ganzen Woche im Kopf hängengeblieben ist. Und damit war meine letzte Show dieser Fashion Week auch schon vorbei.

Aber der Abend endete noch nicht, denn es ging erst zur RIANI Aftershow Party und dann noch weiter zur Marcel Ostertag Aftershow Party. Den Abend und die Nacht habe ich richtig genossen und das Handy mal weggelegt um die letzten Stunden mit den Leuten zu verbringen, die am nächsten Morgen wieder abreisen werden. Wenn man sich nicht zwischendurch mal auf einem Event trifft, sieht man sich erst zur nächsten Fashion Week wieder und das macht dann gleichzeitig auch immer etwas traurig. 

Donnerstag 16.01. – Tag 3

Obwohl die Fashion Week nach zwei kurzen Tagen offiziell schon vorbei war, hieß es für mich an diesem Tag noch einmal auf zur InStyle Lounge. In Ruhe habe ich dann nochmal alle Brands besucht, mir die neuen Kollektionen angeschaut, Produkte ausprobiert und tolle Gespräche geführt. Also hat der Plan mehr Zeit mitzubringen tatsächlich funktioniert 😉 Dort habe ich mir dann auch direkt meine Haare stylen lassen, weil danach das zweite Shooting anstand.

Am ersten Fashion Week Tag hatten wir nur zwei von drei Looks geschafft, also mussten wir nun vier Looks shooten plus der Videos. Da das Licht schon um halb fünf weg war, war das ein Wettlauf gegen die Zeit bzw. gegen die Sonne und was soll ich sagen, wir haben es natürlich nicht geschafft 😀 Aber die Bilder, die wir gemacht haben sind wirklich toll geworden und deshalb war ich definitiv zufrieden mit dem Ergebnis. Letztendlich versucht man ja immer nur das beste aus allem zu machen und da es eh unmöglich zu schaffen war, haben wir die Zeit bestmöglich genutzt.

Durchgefroren kam ich dann wieder in meiner Wohnung an, habe mir Essen bestellt (meine erste richtige, warme Mahlzeit nach den Tagen) und bin ins Bett gefallen. Die ganzen Tüten und Outfits habe ich dann nach und nach weggeräumt. Ihr wollt nicht wissen, wie meine Wohnung am Ende aussah. 

About Fashion Week

Egal wie stressig diese Tage waren, das ist es einfach immer wieder Wert! Im Sommer hat mir die Fashion Week gefehlt und jetzt war ich umso glücklicher, wieder von ganzem Herzen dabei sein zu können. Genau aus diesen Gründen habe ich mit dem Bloggen angefangen und die Fashion Week gehört für mich einfach dazu. Nicht um gesehen zu werden oder dazuzugehören, sondern der Mode wegen! Die Kollektionen der Designer zu bewundern, eine der Ersten sein zu dürfen, die ihre harte Arbeit aus den letzten Monaten sehen und bewerten darf, ist einfach unglaublich. In der ersten Reihe zu sitzen und damit zum engeren Kreis der Brand zu gehören, ist wirklich unbeschreiblich und genau diese Momente werde ich nie vergessen. Das sind gleichzeitig Erlebnisse, die für mich nie „normal“ werden, dafür schätze ich sie viel zu sehr und weiß, was für harte Arbeit dahintersteckt um so weit zu kommen. 

Menschen kennenzulernen, zu denen man aufschaut und auf einmal auf Augenhöhe mit ihnen zu reden und dann auch noch auf einer Wellenlänge zu sein, sind weitere ganz große Gründe. Vorher bin ich mir jedes Mal aufs Neue unsicher, ob die Woche an die letzte Fashion Week rankommen kann, ob ich auch wieder so liebe Menschen kennenlerne und vergangene Kontakte mich wiedererkennen. Auf fremde Menschen zuzugehen, sie einfach anzusprechen und ein Thema zu finden, über das man sich unterhalten kann, das fällt mir richtig schwer und dafür bin ich auch einfach nicht der Typ. Manche Typen können einfach loslegen, ohne Hemmungen und haben eine Ausstrahlung, die direkt jeden anzieht. Ich bin da eher der Beobachter, der erstmal aus der Ferne zuguckt und seine Zeit braucht um warm zu werden. Leider gibt die Fashion Week einem sehr wenig Zeit, weshalb ich jedes Mal wieder über meinen Schatten springen und ins kalte Wasser hüpfen muss. In diesen Momenten denke ich mir immer „wer weiß, ob ich jemals wieder so eine Chance bekomme“ und lege los. Man tut das Ganze ja für sich selbst und wenn man etwas aus der Woche mitnehmen und erleben möchte, dann sollte man jede kleine Möglichkeit ergreifen und sich von Nichts und Niemanden davon abhalten lassen!

UndIch habe natürlich auch wieder viiiel mehr Videos als Bilder gemacht, aber die könnt ihr euch wie immer sehr gerne in meinen Highlights alle noch einmal anschauen.

 

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